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Empfohlene Beiträge aus den IVES-Fachmagazinen – November 2023

Aktualisiert: 7. Dez. 2023

IVES Technical Reviews ist ein frei zugängliches Fachmagazin, das durch ein Expertengremium begutachtet wird (Peer Review). Das Magazin stellt in kurzen, 2-seitigen Artikeln neuste Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung vor. Alle Beiträge werden in sechs Sprachen veröffentlicht, darunter auch Deutsch, und basieren auf Forschungsergebnissen, die in validierten Fachartikeln vorgestellt wurden.


Kupfer in Form von Kupfersulfat wird seit mehr als 100 Jahren im Weinbau eingesetzt, insbesondere zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus. Außerdem ist es eines der wenigen Fungizide, die im ökologischen und biodynamischen Weinbau eingesetzt werden können. Das gespritzte Kupfer wird mit Wasser in den Boden ausgewaschen. Aufgrund seiner geringen Mobilität reichert sich Kupfer im Laufe der Jahre im Boden an und kann die Bodenqualität einschließlich der Bodenorganismen beeinträchtigen. Der kürzlich in IVES Technical Reviews erschienene Artikel untersucht Aspekte der Ökotoxizität und Bioverfügbarkeit von Kupfer in französischen Weinbergen.


Die Ökotoxizität von Kupfer im Boden französischer Weinberge

Autoren: J.-Y. Cornu

Kurze Vorstellung: Sind kupferbelastete Weinbauböden ökotoxisch? Diese heikle Frage versucht dieser Artikel zu beantworten. Basierend auf Studien, die sich mit der Toxizität von Kupfer (Cu) für Pflanzen beschäftigen, wird hier gezeigt, dass die Kupferbelastung von Weinanbauflächen zumeist moderat ist und es nur wenige Nachweise ökotoxischer Effekte gibt. Die Gründe dafür liegen vor allem darin, dass die Ökotoxizität von Cu im Weinbau vor allem von dessen Bioverfügbarkeit im Boden abhängt. Dies erklärt auch ökotoxische Effekte in kalkhaltigen Böden. Anschließend werden die wichtigsten Fragen zu diesem Thema aufgeführt, welche in zukünftigen Studien behandelt werden sollten.

Bild (aus dem Artikel): Symptome der Kupfertoxizität bei Hartweizen, beobachtet auf kalkhaltigen Böden ehemaliger Weingüter (Hérault) (Bildnachweis: A. Michaud, M. Bravin, P. Hinsinger, INRAe Montpellier).



OENO One ist ein durch ein Expertengremium geprüftes Forschungsmagazin, dessen Inhalte frei abrufbar sind. Die englischsprachigen Fachartikel richten sich an Forschende, Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.


Sauerstoff ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Weinbereitung, der verschiedene enzymatische und nicht-enzymatische Oxidationsreaktionen auslöst. Diese Reaktionen können insbesondere Veränderungen des Gehalts an phenolischen Verbindungen, der Farbe und der Aromazusammensetzung des Weins bewirken. Das Ausmaß dieser Umwandlungen hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von den Rebsorten und dem Gehalt an den genannten Komponenten. In einem kürzlich in der Zeitschrift OENO One erschienenen Artikel wurde die Herstellung von Nerello Mascalese-Wein unter sauerstoffgeschützten Bedingungen mit der traditionellen Weinbereitung verglichen.



Der Schutz vor Sauerstoff bei der Weinbereitung der roten Traube Nerello Mascalese beeinflusst das Profil der flüchtigen organischen Verbindungen

Autoren: I. Taglieri, L. Landi, C. D'Onofrio, F. O. Fiorino, G. Figoli, C. Thibon, P. Redon, C. Sanmartin, Ph. Darriet, A. Bellincontro, F. Mencarelli

Kurze Vorstellung:

Der Schutz von Nerello-Mascalese-Most und -Wein gegen Sauerstoff (protected against oxygen, kurz: PAO) während der Weinbereitung wurde mit Kohlendioxidpellets (CO2, fest) und -gas (CO2), inaktivierten Hefen und Ascorbinsäure während der Gärung durchgeführt. Infolgedessen wurden im PAO-Wein höhere Konzentrationen an Polyphenolen und Gesamtanthocyanen festgestellt (etwa 16 % bzw. 20 %). Gewisse Unterschiede wurden auch bei den Konzentrationen von Monoterpenen, C13-Norisoprenoiden und insbesondere von sortentypischen Thiolen wie Sulfanylhexan-1-ol festgestellt. Die Verwendung von PAO bei der Herstellung von Nerello Mascalese veränderte auch die sensorischen Eigenschaften des Weins, wobei die Aromen von roten Früchten und Kräutern hervorgehoben wurden.



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IVES Vertreter in Deutschland

Dr. Andrii Tarasov

Hochschule Geisenheim






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