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Empfohlene Beiträge aus den IVES-Fachmagazinen – April 2024

Aktualisiert: 8. Mai

IVES Technical Reviews ist ein frei zugängliches Fachmagazin, das durch ein Expertengremium begutachtet wird (Peer Review). Das Magazin stellt in kurzen, 2-seitigen Artikeln neuste Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung vor. Alle Beiträge werden in sechs Sprachen veröffentlicht, darunter auch Deutsch, und basieren auf Forschungsergebnissen, die in validierten Fachartikeln vorgestellt wurden.

 

Chitosan ist ein Naturprodukt, welches aus Chitin gewonnen wird, ein Bestandteil der Zellwände von Pilzen und der Schalen von Krustentieren und Insekten. Es wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt (Medizin, Abwasserbehandlung, Kosmetik, usw.), darunter auch in der Oenologie. Im Pflanzenschutz ist Chitosan für seine antiviralen, antibakteriellen und antimykotischen Eigenschaften bekannt und unterstützt die natürliche Abwehr von Pflanzen.

 

Chitosane und Rebholzkrankheiten: unerwartete Ergebnisse aus Labor- und Feldstudien

Autoren: V. Mayet, P. Lecomte, B. Nazaris, L. Badet, Ch. Gouraud, V. Moine

Kurze Vorstellung:

Bei den Versuchen im Weinberg schnitten Chitosane mit mittlerem Molekulargewicht am besten ab. Besonderes Potenzial zeigten schutzfilmbildende Chitosanhydrochloride, welche als Wundschutz nach einem Rebschnitt, einer Sanierung von Rebstöcken durch Stammrücknahme oder nach einer Kürettage verwendet werden könnten. Während des Trocknens und möglicherweise durch Polymerisierung ist dieses Chitosanhydrochlorid in der Lage, die Sporen abzufangen, die sich auf den Wunden absetzen. Die Wirkungsweise gleicht grundsätzlich einem Verband und ist daher hauptsächlich physikalischer Natur, und somit eher fungistatisch als fungizid. Dies könnte pathogene Ascomycota-Pilze, die sich durch große Sporen auszeichnen, sowie Basidiomycota daran hindern, durch Wunden nach dem Rebschnitt oder einer Stammsanierung in das Holz einzudringen, und könnte sogar kürettierte Reben vor zu schnellen Neuinfektionen schützen. In dieser Studie wurde keine Toxizität der Verbindungen beobachtet.

 

Bild: Visualisierung für den aktuellen Artikel https://ives-technicalreviews.eu

 



OENO One ist ein durch ein Expertengremium geprüftes Forschungsmagazin, dessen Inhalte frei abrufbar sind. Die englischsprachigen Fachartikel richten sich an Forschende, Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

 

Verjus (grüner Traubensaft) kann als Säuerungsmittel verwendet werden, um das allgemeine Säureprofil und die Ausgewogenheit des Weins zu verbessern, den pH-Wert und den Alkoholgehalt zu senken und eine nachhaltige Weinbereitungspraxis in warmen Weinbauregionen zu schaffen. Der aktuelle Artikel in der Zeitschrift OENO One untersucht den Zusatz von Verjus zu Muscat Canelli-Weinen.


Auswirkungen der Verjus-Säuerung auf Muskateller-Canelli-Traubensaft und -Weine

Autoren: A. Lyne, A. Botezatu

Kurze Vorstellung: 

Verjus wurde durch Auspressen unreifer Trauben gewonnen, die aus der Ausdünnung der Ernte stammten, und dem Saft aus reifen Trauben vor der Gärung in zwei verschiedenen Mengen von 2 % und 11 % zugesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass Verjus zum Ausgleich des pH-Werts und des Säuregehalts sowie zur Senkung des Alkoholgehalts verwendet werden kann. Bei der Bewertung der Verbraucherpräferenz gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungen, während bei der Bewertung des Säuregehalts die Weine korrekt nach ihrem Säuregehalt unterschieden wurden. Diese Arbeit zeigt, dass die Verwendung von Verjus als Mittel zur Säuerung vor der Gärung ein potenzielles Instrument für die Weinherstellung sein könnte, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu mildern.

 

Bild: Unreife Traube für Verjus - © Dieth & Schröder, website https://www.pfalz.de/de/pfalz-geniessen/pfaelzer-kulinarik/traubenspezialitaeten/verjus

 

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 IVES Vertreter in Deutschland

Dr. Andrii Tarasov

Hochschule Geisenheim

 



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